Terrassenüberdachung Gefälle berechnen: Formeln & Anleitung (2026)

Ein stabiles Dach ist nur die halbe Miete. Damit Ihre Terrassenüberdachung über Jahrzehnte hinweg dicht bleibt und die Stegplatten nicht veralgen, ist das richtige Gefälle entscheidend. Viele Heimwerker unterschätzen diesen Punkt und riskieren Staunässe. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie das perfekte Gefälle für Ihr Projekt berechnen und was Sie technisch beachten müssen.

1. Warum das Gefälle so wichtig ist

Ein Terrassendach ohne Neigung ist kein Dach, sondern eine Auffangschale. Ohne ein ausreichendes Gefälle treten folgende Probleme auf:

Staunässe: Regenwasser bleibt auf den Platten stehen.
Verschmutzung: Staub und Pollen werden nicht weggespült (Self-Cleaning-Effekt fehlt).
Moosbildung: In den Profilen und an den Rändern setzt sich Grünspan an.
Dichtigkeit: Bei Wind kann Wasser unter die Dichtungen gedrückt werden.

2. Das Mindestgefälle (Die 5-Grad-Regel)

Die meisten Hersteller von Stegplatten und Profilsystemen schreiben ein Mindestgefälle vor. Der Standardwert in der Branche liegt bei 5 Grad (ca. 9 % Steigung).

Zwar gibt es Systeme, die laut Zulassung bereits ab 2 oder 3 Grad funktionieren, doch in der Praxis zeigt sich: Je steiler, desto sauberer bleibt das Dach. Bei einer Neigung von 5 Grad erzielen Sie den optimalen Kompromiss aus Optik (Durchgangshöhe vorne) und Funktionalität (Entwässerung).

3. Die Formel zur Berechnung des Höhenunterschieds

Um die vordere Pfostenhöhe zu bestimmen, müssen Sie wissen, wie viel tiefer das Dach vorne im Vergleich zum Wandanschluss hängen muss. Hier ist die einfache Faustformel für das 5-Grad-Standardgefälle:

Höhenunterschied (cm) = Dach-Tiefe (m) x 9

(Beispiel: 3,00m Tiefe x 9 = 27cm Höhenunterschied)

Rechenbeispiel für ein Standard-Terrassendach:

🔹 Dachtiefe: 4,00 Meter
🔹 Rechnung: 4 x 9 cm = 36 cm
🔹 Ergebnis: Wenn Ihr Wandanschluss bei 2,80 m montiert ist, müssen die vorderen Pfosten bei 2,44 m enden (plus die Stärke der Profile).

Technische Details für den Aufbau:

Ein korrektes Gefälle nützt nichts ohne die richtige Abdichtung zur Hauswand. Lesen Sie hier mehr:

4. Praxis-Tipps für den Wandanschluss

Achten Sie bei der Planung darauf, dass die Durchgangshöhe an der Vorderseite (Traufe) nicht zu niedrig wird. Wenn Sie ein sehr tiefes Dach (z.B. 5 Meter) planen, müssen Sie am Haus sehr weit oben ansetzen, um vorne noch eine bequeme Höhe von ca. 2,10 m zu erreichen.

Checkliste für die Planung:

📍 Messen Sie die maximale Montagehöhe am Haus (Fensterstürze beachten!).
📍 Kalkulieren Sie das Gefälle (Tiefe x 9 cm) ein.
📍 Prüfen Sie, ob die resultierende Höhe vorne für Markisen oder Seitenelemente ausreicht.

Häufige Fragen von Heimwerkern (FAQ)

Kann ich auch weniger als 5 Grad Gefälle bauen?

Es ist möglich, wird aber nicht empfohlen. Unter 5 Grad verlieren Sie die Selbstreinigungsfunktion der Platten. Sie müssen das Dach deutlich häufiger von Hand reinigen, um Algenbildung zu vermeiden.

Wie wirkt sich das Gefälle auf die Statik aus?

Ein steileres Gefälle ist bei Schneelast von Vorteil, da der Schnee leichter abrutschen kann. Die statische Berechnung unserer Bausätze berücksichtigt standardmäßig die gängigen Neigungswinkel.


Gefälle berechnet? Dann wählen Sie jetzt das passende Material:

Zum Material-Vergleich (Alu vs. Holz)

Alles im Griff? Jetzt Bausatz konfigurieren!

Unsere Alu-Überdachungen lassen sich flexibel auf Ihr berechnetes Gefälle anpassen. Millimetergenau und montagefertig.

Überdachung konfigurieren 🛒